Tee

Teepflückerin

Seit 200 vor Christus
China gilt als Ursprungsland des Tees. Bereits vor über 2200 Jahren tranken die Chinesen grünen Tee, der sich allein in der Verarbeitung von schwarzen Tee unterscheidet. Von China aus verbreitete sich der Tee in Südostasien und nach Japan. Aromatisiert wurde der Tee sehr viel später: Erst seit 800 Jahren trinken die Chinesen Rosen-, Rauch- und Jasmintee.

In Europa ist der Tee seit Ende des 16. Jahrhunderts bekannt. Er wurde zuerst als Arznei und später als Getränk verwendet. Aromatisierter Tee gelangte erst im 19. Jahrhundert auf unseren Kontinent. Der Diplomat Earl Grey brachte ihn 1830 nach England und die bekannte, mit Bergamotteöl versetzte Rezeptur, trägt seither seinen Namen. Heute ist Tee das wichtigste Getränk weltweit — täglich werden rund 500 Millionen Tassen Tee aufgebrüht (Quelle: www.weltladen.de). Das entspricht einer Menge von ungefähr 100 Millionen Litern am Tag. Weltweit werden 400 Teesorten in 30 Ländern produziert.

Two leaves and a bud
Um 500 Gramm fertigen Schwarztee zu erhalten, sind rund vier Kilogramm frische Teeblätter erforderlich. Nur die zwei oberen Blätter und die eingerollte Blattspitze — two leaves and a bud — werden bei guten Qualitäten gepflückt und verarbeitet. Eine Teepflückerin erntet am Tag durchschnittlich acht Kilogramm Teeblätter. Die Hauptproduzenten sind Indien, Nepal, Sri Lanka, Vietnam, Tansania, Simbabwe, und Uganda.

Wie wird Tee eigentlich hergestellt?

Herkömmliche Produktion hat Folgen
Geschwächte Teesträucher auf ausgelaugten Böden, Monokultur, Erosion und der Einsatz von Kunstdünger sind die Folgen der Plantagenwirtschaft. Der Anbau in konventionellen Monokulturen, beschönigend oft als Teegärten bezeichnet wirkt sich zwar geschmacklich nicht unmittelbar aus, geht aber stark zu Lasten von Umwelt und den Arbeiterinnen. Nicht nur gesundheitliche Probleme machen den Pflückerinnen zu schaffen, oft erhalten sie äußerst niedrige Löhne und sind sozial nicht abgesichert. Eine Beschäftigungsgarantie haben die wenigsten.

Der faire Handel geht hier andere Wege. Zwar stammt ein Teil des fair gehandelten Tees aus Indien und Sri Lanka ebenfalls von Plantagen. Doch durch die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung der Teegärten wird die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten und der Erosion entgegengewirkt. Die Pflückerinnen und Arbeiter in den Teefabriken haben zudem gesündere Arbeitsbedingungen. Und: gesetzlich festgelegt Sozialstandards werden bei den Partnern des Fairen Handels überall eingehalten.

Ökologisch angebauter Tee von Kleinproduzenten z.B. Darjeeling und Nepal gedeiht in Mischkultur oder auf kleinen Parzellen. Tee aus fairem Handel ist heute fast ausschließlich nur noch in Bio-Qualität erhältlich.

4 KG Teeblätter ergeben 500g fertigen Tee

Wertschöpfung an die Produzenten
Die Preise für Tee sind abhängig von Qualität, Anbauregion und Verarbeitungsmethoden. Für eine Darjeeling-Spitzenqualität werden vier bis acht Euro pro Kilogramm verlangt. Kenianischer Schwarztee erzielt lediglich rund einen Euro je Kilo. Die Importeure im Fairen Handel zahlen Aufschläge von durchschnittlich einem Euro pro Kilo losen Tee und 50 Cent für Beuteltee, der in den Produzentenländern auch fertig verarbeitet und verpackt wird. Mit den Mehrpreiszahlungen der vergangenen Jahre verbesserten die Teearbeiter/-innen und ProduzentInnen zum Beispiel ihre Wohnsituation, investierten in die Teeverarbeitungsanlagen, aber auch in Schulen und Gesundheitseinrichtungen.