Zucker

Süßes aus Rohr und Rübe
Zuckerrohr- und rübe Zuckerrohr und Zuckerrübe, weltweit sind diese zwei Quellen die einzigen, aus denen das süße Kristall gewonnen wird. Noch vor 250 Jahren galt Zucker als Luxusgut, denn die Zuckerrübe gab es noch nicht. Rohrzucker musste aus der Karibik eingeführt werden. Von 1750 bis 1800 waren allein von Liverpool aus 1000 Schiffe unterwegs, die das wertvolle Gut nach Europa transportierten.

1747 wurde in Berlin die erste Zuckerrübe gezüchtet, aber erst im Jahr 1801 entstand die erste Rübenzuckerfabrik der Welt. Damit änderte sich die Marktsituation stark, zumal die Züchter den Zuckergehalt der Rübe deutlich steigern konnten. Im 19 Jahrhundert war Zucker deutscher Exportschlager: Im Hamburger Hafen wurden 1886 bereits 660.000 Tonnen Zucker ausgeführt.

Während Südamerika, Afrika, Asien und Australien auch heute noch Zuckerrohr anpflanzen, gewinnen Europa, USA, Kanada und China den süßen Stoff aus Zuckerrüben. Zuckerrohr wächst am Besten im feucht-tropischen Klima und kann bis zu sieben Meter hoch wachsen. Die rund fünf Zentimeter dicken Stangen brauchen zwischen neun bis dreizehn Monate, bevor sie reif sind. Ihr Saft enthält zwölf bis 14 Prozent kristallisationsfähigen Zucker. Mühsam wird das Zuckerrohr von Hand geschnitten, dann muss es zügig verarbeitet werden.

Zuckerrohrernte

Starke Preisschwankungen
Die Weltmarktpreise für Zucker unterliegen starken Schwankungen. Die Weltzuckerproduktion liegt bei 136 Millionen Tonnen, ein Drittel davon wird aus Zuckerrüben gewonnen. 69 Prozent des Zuckers werden in den Herstellerländern selbst konsumiert. Oft exportieren die Länder nur ihre Überschüsse, denn die Versorgung der eigenen Bevölkerung hat Vorrang.

Durch eine verfehlte Agrarpolitik in den Industrieländern, fehlende Alternativen und aufgezwungene Wirtschaftsprogramme in den Entwicklungsländern entstehen in manchen Erntejahren große Überkapazitäten, was zu extremen Preisschwankungen und großen Problemen für Länder, die auf die Exporterlöse aus dem Zuckergeschäft angewiesen sind. Überproduktion, die Konkurrenz durch synthetischen Süßstoff und EU-Protektionismus tragen stark zum Preisverfall des Zuckers bei. Leidtragende sind die Produzenten als schwächstes Glied in der Handelskette.

Mann bei Ernte

Förderung benachteiligter Produzenten
Der Faire Handel setzt sich für benachteiligte Produzenten in den Ländern des Südens ein. Kleinbauern Kooperativen z.B. in Costa Rica und auf den Philippinen erhalten einen fairen Preis und können sich mit Hilfe der Fairhandels-Aufschläge in Fragen des Zuckerrohranbaus weiterbilden und sich für ihre eigenen Rechte besser einsetzen. Auch hierbei spielt der Ökologische Anbau verbunden mit einer schonenden Weiterverarbeitung des Vollrohrzuckers eine wichtige Rolle.